Google Mobile First Index – das müssen Sie 2021 beachten

    von Alexander Wicki am 30.09.20 13:31

    Ab März 2021 wird der Mobile First Algorithmus von Google zum Einsatz kommen und alle Webseiten auf den Google Mobile First Index umgestellt. Wenn Ihre Website nicht mobil-optimiert ist, kann es zu einem Rückgang der Website-Leistung und des Datenverkehrs kommen.

    Damit Ihre Website von den Google-Systemen als Mobile-First erkannt wird, sollten Sie Massnahmen ergreifen. Jetzt ist die perfekte Gelegenheit, Ihre Website zu analysieren und alle erforderlichen Optimierungen rechtzeitig für den Wechsel vorzunehmen.

    Worum geht es bei dem neuen Update?

    Entsprechend seinem Namen ändert der bevorstehende Algorithmus die Art und Weise, wie Google Webseiten indiziert. Die Suchmaschine räumt Seiten, die zuerst auf dem Handy verfügbar sind, mehr Priorität als Desktop-Seiten ein. Das Algorithmus-Update sollte ursprünglich im September 2020 eingeführt werden. Aufgrund der unsicheren Zeiten hat Google es jedoch zurückgenommen und beschlossen, den Algorithmus erst ab Ende März 2021 zu erweitern.

    Früher hat Google den Desktop-Verkehr als Priorität angesehen. Neuere Berichte zeigen jedoch, dass die mobile Nutzung über die Desktop-Nutzung hinauswächst. Im Vergleich zu anderen Suchmaschinen hat Google den höchsten Anteil am organischen mobilen Suchverkehr – etwas, das in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter zunehmen wird.

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    Was ist der Google Mobile First Index genau?

    Mobile-First-Indizierung ist eine Methode, mit der Google Webseiten mit mobilen Versionen als Priorität crawlt. Die mobile Version dient sowohl als Ausgangspunkt für den Crawl-Bot von Google als auch als wichtige Determinante für das Ranking einer Seite.

    Der Begriff „Mobile First“ bedeutet nicht, dass Google nur nach der mobilen Version Ihrer Website sucht. Wenn Sie noch keine mobile Version haben, wird stattdessen eine Desktop-Version verwendet. Dies hat jedoch grossen Einfluss auf Ihr Ranking, da die Algorithmen zugunsten von einfachen, mobilfreundlichen Optionen arbeiten.

    Es geht jedoch nicht nur um den Algorithmus – eine gut optimierte mobile Website ist ein Muss. Dies liegt an der allgemeinen Benutzeroberfläche und der Anzahl der Benutzer, die von tragbaren Geräten aus surfen. Vor der Indizierung auf Mobilgeräten hat Google zuerst die Desktop-Version gecrawlt. Gemäss den Informationen, die auf einer Desktop-Site gesammelt wurden, wurden Rankings für Desktop und Mobile ermittelt. Jetzt ist es genau umgekehrt. Google wird Webseiten mit einem mobilen Bot crawlen und das Ranking vollständig unter diesem Gesichtspunkt bestimmen.

    Sobald Google jedoch auf die Mobile-Version umstellt, führt ein Mangel an mobiler Optimierung zu einem schlechten Ranking, selbst wenn Ihre Website über eine erstklassige Desktop-Optimierung verfügt. Die Desktop-Optimierung ist deswegen nicht unbrauchbar, sondern ergibt die reine Desktop-Optimierung jetzt wenig Sinn.

    Gibt es jetzt zwei Indizes, einen für Mobilgeräte und einen für Desktop?

    Wenn über mobile und Desktop-Indizierung gesprochen wird, ist dies ein häufiges Missverständnis. Viele denken immer noch, dass Rankings für mobile und Desktop-Suchen getrennt sind. Dies ist jedoch nicht wahr. Es gibt nur ein Indexierungsranking für mobile und Desktop-Versionen. Die Begriffe „Mobile First“ oder „Desktop First“ beziehen sich darauf, welche Priorität hat. Das Endziel von Google besteht darin, einheitliche Ergebnisse mit demselben Inhalt zu erzielen, unabhängig davon, ob Sie auf einem PC, Laptop, Tablet oder Smartphone surfen.

    Wie wirkt sich Mobile First Indizierung auf SEO aus?

    Ziel der Einführung der Mobile First Indizierung war es, den Wert, die Platzierungen und ähnliche Attribute einer Website aus derselben Perspektive wie die Mehrheit der Benutzer zu ermitteln.

    Da die meisten Nutzer auf Mobilgeräten surfen, hat Google einen KI-Crawl-Bot erstellt, der eine Website aus derselben mobilen Perspektive beurteilt. Entsprechend dem Inhalt, der Geschwindigkeit und der allgemeinen Optimierung, die der mobile Crawl-Bot sieht, bestimmt Google Ihr SERP-Ranking.

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    Wie kann ich mich auf die mobile Indizierung vorbereiten?

    Selbst wenn Ihre Website für mobile Nutzer geeignet ist, bedeutet dies nicht automatisch, dass Google diese anhand des optimierten Index erkennt. Es gibt viele Bereiche, die berücksichtigt werden müssen.

    1. Ist das Website-Design für Mobilgeräte optimiert?


    Zwischen „mobilfreundlich“ und „mobiloptimiert“ besteht ein enormer Unterschied. Es ist elementar, dass Sie Letzteres anstreben. Mobile Optimierung ist echtes Responsive-Mobile-Design. Inhalte werden nicht nur geschrumpft oder neu angeordnet, wenn diese auf einem kleineren Bildschirm angezeigt werden. Stattdessen wird die Grösse des Inhalts für mehrere Bildschirme, Auflösungen und Ausrichtungen geändert, um den Besuchern ein ebenso gutes Surferlebnis wie bei der Verwendung eines Desktops zu bieten. Betrachten Sie Ihr Website-Design. Bietet es Ihren Benutzern die bestmögliche Erfahrung?

    2. Sind Inhalte bereit für die mobile Anzeige?


    Nicht nur Ihr Design sollte für Mobilgeräte optimiert werden, sondern auch Ihre Inhalte. Ist Ihre Seite Inhalts-intensiv, kann es belastend sein, auf einem kleinen Bildschirm darin zu waten. Berücksichtigen Sie die Benutzererfahrungen bei der Entwicklung mobiler Inhalte, dann werden sowohl Nutzer als auch der Google-Algorithmus zufrieden gestellt.

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    Absätze und Satzlängen sowie alle verwendeten Bilder oder Videos sollten für mobile Benutzer optimiert sein. Enthält die mobile Version Ihrer Website weniger Inhalt als die Desktop-Version, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr primärer Content enthalten ist. Laut Google verlassen mehr als die Hälfte der mobilen Nutzer eine Website, wenn das Laden länger als drei Sekunden dauert. Mit dem Mobile First Algorithmus wird die Geschwindigkeit der Website wichtiger als je zuvor.

    Ein wesentlicher Unterschied in Bezug auf technische SEO-Regeln besteht in reduzierten oder versteckten Inhalten. Im Gegensatz zur Desktop-Version werden versteckte Inhalte bei der mobilen Indizierung genauso behandelt wie vollständig sichtbare. Dies liegt an der Bedeutung der wirtschaftlichen Bildschirmverwaltung und gilt für alles, was sich hinter den Boxen, Dropdown-Listen, erweiterbaren Menüs usw. verbirgt.

    3. Gibt es strukturierte Daten?


    Ein häufiges Missverständnis ist, dass die Mobile und Desktop Versionen identisch sein sollten. Ziel ist es, das beste Surferlebnis in Bezug auf Geschwindigkeit und Zugänglichkeit bei gleicher Anzeige desselben Inhalts zu bieten. Haben Sie also eine reaktionsfähige Site, sollte Ihr grösstes Anliegen darin bestehen, Geschwindigkeit und dynamische Objekte wie Bilder und Tabellen zu laden. Nutzen Sie jedoch noch separate Versionen für Mobilgeräte und Desktops, können Sie die Indizierung für Mobilgeräte zuerst über die strukturierten Daten verbessern. Wie bei Inhalten müssen strukturierte Daten auf mobilen und Desktop-Websites identisch sein. Google schlägt vor, strukturierte Breadcrumb-, Produkt- und VideoObject-Daten zu priorisieren.

    4. Wie steht es um die Googlebot-Erreichbarkeit?


    Soll die Website ordnungsgemäss indiziert werden, muss der Google Bot vollen Zugriff auf die mobile Version haben. Meta-Roboter-Tags auf Mobilgeräten und Desktops sollten jedes Mal übereinstimmen. „Noindex“ und „Nofollow“ sind besonders wichtig. Wenn diese nicht richtig konfiguriert sind, kann Google Bot diese Seiten möglicherweise nicht crawlen. Überprüfen Sie, ob eine der URLs, die Sie gecrawlt haben möchten, blockiert ist. Diese überspringt Google bei der Recherche.

    5. Das ist bei visuellen Inhalten zu beachten


    Moderne mobile Geräte verfügen normalerweise über hochauflösende Displays. Sie müssen qualitativ hochwertige Bilder für Ihre mobile Version bereitstellen. Einige Formate und Tags werden immer noch nicht unterstützt. Überprüfen Sie, ob Sie sie ordnungsgemäss verwenden und ob sie zusammen funktionieren. Obwohl .jpg unterstützt wird, kann ein Crawl-Bot es beispielsweise nicht indizieren, wenn es sich unter dem image-Tag befindet.

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    Wie beim Rest des Inhalts und der strukturierten Daten sollte der Alternativtext für Bilder auf Mobilgeräten und auf dem Desktop übereinstimmen. Google hat immer noch Probleme mit der Indizierung, wenn der beschreibende Alternativtext in beiden Fällen nicht identisch ist. Investieren Sie den gleichen Aufwand in die Bereitstellung hochwertiger Inhalte für responsive Websites. Es sollten auch dieselben Titel, Beschriftungen, Dateinamen und Texte verwendet werden.

    Videos befinden sich in einer ähnlichen Situation wie Bilddateien. Achten Sie darauf, ob Formate unterstützt werden und fügen Sie sie in die richtigen HTML-Tags ein (video, embed, object). Strukturierte Daten sollten auf Mobilgeräten und Desktops übereinstimmen. Verwenden Sie keine URLs, die sich beim Laden der Seite ändern. Google kann diese sonst nicht ordnungsgemäss indizieren.

    Fazit

    Wem eine gute Google Suchpräsenz wichtig ist, der sollte seine Website dringend auf die Mobile Tauglichkeit prüfen. Die Mobile Version der Website wird ein noch entscheidender Faktor im Suchmaschinenranking. Wichtig ist zu wissen, dass es für Mobile und Desktop nur eine Suchmaschinenindexierung gibt. Wird die Website auf Mobile schlecht bewertet, sinkt die Suchmaschinenposition nicht nur in der Mobilen Suche, sondern auch in der Desktop Suche.

    Themen: Google Marketing, Sales & Marketing, Content Marketing, Web Analytics

    Autor: Alexander Wicki

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