Jobstart zu Zeiten von Corona – und Freitags-Apéro auf Balkonien

    von Armin Zuper am 07.05.20 09:44

    Einen neuen Job anzutreten, ist schon per se eine aufregende Geschichte. In der Zeit einer Pandemie, in der man das Team auch nach vier Wochen noch nie persönlich getroffen hat, ist es schon fast skurril. Meine ersten Tage bei atedo als Designer habe ich in diesem Blogbeitrag verarbeitet.

    Es ist der 1. April 2020. 15 Tage nachdem der Bundesrat am Am 16. März 2020 die «ausserordentliche Lage» ausgerufen hat, trete ich meine neue Stelle als Designer bei atedo an. 

    Mein Teamleiter Cyrill empfängt mich. Wir stehen uns ein wenig unbeholfen gegenüber, da der Handschlag zur Begrüssung offenkundig entfällt – Fist Bump? Ellbogen aneinanderstossen? Tanzen? Was macht man in einer solchen Situation? Er bittet mich herein. Auf einem Regal, dem Eingang direkt gegenüber, steht gut sichtbar eine Flasche Desinfektionsmittel und das Hinweisplakat der Kampagne «So schützen wir uns».

    MicrosoftTeams-image

    Für die Apokalypse gerüstet

    Der Raum ist noch dunkel und still. Nur an zwei Arbeitsplätzen brennt Licht. «Wir sind heute zu viert», werde ich informiert. Ein Kollege sitzt mit uns im Grossraumbüro, alle anderen Plätze sind leer. Ein weiterer, erfahre ich, hat sich in den hinteren Teil des Büros verzogen; Social Distancing. Ich winke dem Kollegen zu, der mit uns im Raum ist, und hänge meine Jacke an den Kleiderständer. Es folgt die Einführungsrunde durch die Räumlichkeiten: Küche, Kaffeemaschine, Besprechungszimmer, Drucker, Schränke mit Büromaterial und ein ganzer Schrank mit WC-Papier. Wir sind also für die Apokalypse gerüstet – beruhigend. 

    Im weiteren Verlauf des Vormittags erhalte ich meinen Laptop, der bereits für das Homeoffice gerüstet ist, und bekomme, selbstverständlich aus sicherer Entfernung, eine Einführung in die Datenablage, die Serverstruktur, diverse Software und die derzeit notwendigen Video-Kommunikationstools. Die Stimmung ist entspannt; allein der normale Geräuschpegel, den ich aus Agenturen gewöhnt bin, das lebendige Treiben fehlt derzeit. 

    Beim Mittagessen lerne ich, wiederum aus sicherem Abstand, zwei meiner neuen Kollegen etwas besser kennen. Nachmittags haben wir ein Projekt-Kick-off – nur sitzen wir nicht wie gewohnt mit dem Kunden an einen Tisch, sondern es läuft alles über Video-Chat. Die Kunden sind bei sich daheim und wir haben uns auf unterschiedliche Büroräume aufgeteilt. Social Distancing. Nachmittags arbeite ich mich in mein erstes Projekt ein – und dann ist der erste Tag auch schon vorbei. 

    atedo Armin Apero auf Balkonien

    Auch den zweiten Tag verbringe ich noch im Büro; so kann ich Fragen zu Technik und Strukturen direkt stellen, ohne den Umweg über eine E-Mail oder einen Video-Chat, was den Start erheblich erleichtert. Abends packe ich dann meinen Rechner ein und rüste mich mit diversem Büromaterial für das Homeoffice am nächsten Tag. 

    Über das Thema Homeoffice und dessen Vor- und Nachteile ist in den vergangenen Wochen auf allen Kommunikationskanälen bereits zu Genüge berichtet worden, sodass ich mich kurz fasse: Läuft bei mir.

    Fazit

    Einen Job während einer Pandemie zu starten, ist eine recht skur­rile Angelegenheit, aber in einer digitalisierten Gesellschaft und in einem kreativen Team lässt sich für alles eine Lösung finden. So auch für den Einstieg in ein neues Unternehmen. Damit auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz kommt, kann ich meine Kollegen immer um 16.00 Uhr zum Käffele im Video-Chat treffen und jeden Freitag nach der Arbeit zum Apéro auf Balkonien.

    Themen: Unternehmenskultur

    Autor: Armin Zuper